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3. April 2025
US-Zölle: Versicherer befürchten Wachstumseinbußen
US-Zölle: Versicherer befürchten Wachstumseinbußen

US-Zölle: Versicherer befürchten Wachstumseinbußen

Die neuen US-Zölle unter Trump dürften auch Auswirkungen auf die deutsche Versicherungswirtschaft haben. Denn die wirtschaftliche Unsicherheit trifft insbesondere die Lebensversicherer. Aber auch die Schaden- und Unfallversicherung wird nicht verschont bleiben.

Trumps neue Zollmaßnahmen werden wohl auch für die Versicherungswirtschaft hierzulande nicht folgenlos bleiben. Denn angesichts der nun entstandenen wirtschaftlichen Unsicherheiten befürchten die deutschen Versicherer für 2025 ein insgesamt abgeschwächtes Wachstum, gerade auch für die eigene Branche. Höhere Zölle würden nämlich europäische Waren in den USA verteuern, was insbesondere Deutschland als wichtigsten europäischen Exporteur in die USA treffen würde. „Das ist ein fundamentaler Angriff auf das offene, regelbasierte und multilaterale Welthandelssystem“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV). Und schickt hinterher: „Das ist ein echte Zäsur.“ 

Wachstumsschwäche betrifft vor allem Lebensversicherer

Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum könnte laut GDV das Beitragswachstum der Branche dämpfen. Makroökonomische Unsicherheit und Wachstumsschwäche drücken dabei insbesondere auf das Geschäft der Lebensversicherer. „Laut unseren Berechnungen könnte allein in der Lebensversicherung das Wachstum im Jahr 2025 um bis zu 1,7 Prozentpunkte niedriger ausfallen als ursprünglich prognostiziert“, erläutert Asmussen. Bislang ist der GDV hier von einem Beitragswachstum von 1,3% auf knapp 96 Mrd. Euro ausgegangen.

Rechnerisch kalkulieren die Versicherer demnach im Extremfall mit einem Minus von 0,4%. Dabei erholte die sich von der Zinswende gebeutelte Lebensversicherungssparte im Vorjahr erstmals wieder. So stiegen die Beitragseinnahmen insgesamt um 2,6% auf rund 94 Mrd. Euro an. Das Einmalgeschäft verbesserte sich um rund 10% gegenüber dem Vorjahr, während die Beitragseinnahmen beim laufenden Beitrag um 0,2% zurückgingen. Zur Erinnerung: Im Jahr 2023 sanken die Beitragseinnahmen um 5,2% auf 92 Mrd. Euro.

Schaden- und Unfallversicherung ebenfalls beeinträchtigt

Und auch die Schaden- und Unfallversicherung könnte mit einem möglichen Wachstumsrückgang von bis zu 1,1 Prozentpunkten betroffen sein. Hier hat der GDV für 2025 bislang ein Beitragswachstum von 7,5% auf 99 Mrd. Euro prognostiziert. Der Rückgang wäre vor allem auf Zweige wie Transport- und Luftfahrtversicherung und Kredit- und Kautionsversicherung zurückzuführen.

Die deutschen Versicherer sprechen vor diesem Hintergrund von einer zusätzlichen Herausforderung in einer aktuell ohnehin angespannten Lage. „Um den möglichen Folgen wie einem erhöhten Inflationsdruck und wirtschaftliche Stagnation etwas entgegenzusetzen, braucht es umso mehr schnelles Handeln in Deutschland und Europa. Das umfasst Maßnahmen wie weniger Bürokratie und eine Stärkung des europäischen Kapitalmarktes, um die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft zu stärken“, so Asmussen weiter. Die wirtschaftliche Unsicherheit könnte somit insgesamt zu einem abgeschwächten Wachstum in der Versicherungsbranche führen. (as)