AssCompact hat zu der noch jungen Kooperation und zum Digitalisierungsstand der Branche nachgefragt bei Christopher Leifeld, Geschäftsführer der Thinksurance GmbH, und Marc Rindermann, Geschäftsführer der ASSFINET GmbH.
Im Herbst vergangenen Jahres haben Sie Ihre technische Kooperation bekannt gegeben. Welche Funktionalitäten sind schon im MVP von assfinet integriert?
Marc Rindermann: Im Moment können Vermittler Kundendaten aus ams.5 heraus in die Gewerbeplattform von Thinksurance übertragen und im Anschluss an den Beratungsprozess alle Vertragsdokumente inklusive Dokumentation aus der Plattform in ams.5 zurückführen. Alle ams.5-Anwender haben so nun auch die Möglichkeit – ganz analog zur im Privatgeschäft bekannten Integration der NAFI- und Franke & Bornberg-Vergleichsrechner – eine komplett digitale Beratung von Gewerbekunden durchzuführen.
Was sind die nächsten Schritte? Und können Sie diese auch zeitlich in etwa definieren?
MR: Ganz aktuell integrieren wir die Thinksurance-Plattform in unsere Maklerverwaltungssysteme ams.4 und vias. Diese wird in den kommenden Wochen abgeschlossen sein.
Christopher Leifeld: Als digitale Pioniere lassen es assfinet und Thinksurance aber nicht darauf beruhen. Künftig soll es für Vermittler auch möglich sein, ganze Versicherungsportfolios zu analysieren, zu optimieren und zu übertragen. Ist ein Kunde einmal angelegt und verknüpft, können Jahresfragebogen, Jahresgespräch und Vertragscheck technisch automatisiert werden.
Aus der konkreten, praktischen Sicht des Users: Welche Prozesse werden in der Beratung und Betreuung der Gewerbekunden schneller, einfacher, sicherer?
CL: Wir denken den Betreuungs- und Beratungsprozess ganzheitlich und versuchen, den Makler dort abzuholen, wo er steht. Heißt konkret: Meist hat er im MVP bereits eine Vielzahl von Kundendaten hinterlegt. Diese werden automatisch über die Schnittstelle aus dem MVP heraus in die Thinksurance-Plattform übertragen, sodass Risikoerfassung und Tarifierung deutlich zügiger vonstatten laufen. Im Idealfall muss der Makler in der Plattform keine zusätzlichen Daten mehr eingeben, sondern kann direkt mit dem API-Underwriting (Tarifrechner) oder dem Case-Underwriting (Ausschreibung) beginnen. Auch bestehende Verträge sollen bald mit übermittelt und so während der Bedarfsanalyse, im Vergleich, bei der Angebotserstellung und in der Beratungsdokumentation berücksichtigt werden. Ähnliches gilt für die Portfolioanalyse: Wir planen, dass Makler den Bestand eines Partners „on demand“ auf Deckungslücken und Optimierungspotenziale prüfen und dann unverzüglich eine automatisierte Umdeckung anstoßen können.
Seite 1 Neue Kooperation für die digitale Beratung von Gewerbekunden
Seite 2 An Technik scheint es grundsätzlich nicht zu mangeln, eher daran, diese zusammenzusetzen. Maklerverbände beklagen einen Flickenteppich. Ist Besserung in Sicht oder bleibt es kompliziert?
Seite 3 Dann noch einmal zu der technischen Komponente: Datenaustausch, Dokumentenauslieferung, Deeplinks, Prozesse ohne Medienbruch sind so die Begriffe, die durch die Gegend fliegen. Woran hapert’s, wo läuft es gut? Und was muss denn überhaupt der Maklerbetrieb darüber wissen?


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