Der Projekt- und Gebietsentwickler BPD (Bouwfonds Immobilienentwicklung) und das Analyseunternehmen bulwiengesa haben zum dritten Mal eine Wohnwetterkarte erstellt. Sie verdeutlicht die Situation des deutschen Wohnungsmarktes anhand eines Temperaturgefälles von heiß bis kalt. Ziel ist es, für jede der 11.000 Gemeinden in Deutschland die Temperatur auszuweisen. Um die Beziehungen zwischen Großstadt und Umland genauer zu erfassen, wurde das Auswertungsverfahren verfeinert.
Großräumige Muster haben weiterhin Bestand
„Wir wollen mit der Wohnwetterkarte politische Entscheidungsträger, Investoren und Nutzer für die Situation auf ihrem jeweiligen Wohnungsmarkt sensibilisieren. Unsere Analyse soll dazu anregen, gemeinsam Lösungen für die höchst unterschiedlichen lokalen Herausforderungen zu finden“, erläutert BPD-Geschäftsführer Raymond van Almen, die Hintergründe der Wohnwetterkarte. Die großräumigen Muster unserer vergangenen Untersuchungen der Wohnungsmärkte haben in der dritten Ausgabe weiterhin Bestand. „Nach wie vor mangelt es in vielen deutschen Großstädten und den meisten Ballungsräumen an einer ausreichenden Zahl von Baufertigstellungen. Jetzt zeichnet sich ab, dass sich im Einzugsgebiet von Großstädten das Umland erhitzt“, so van Almen.
Großstädte heizen ihr Umland auf
Deutschlandweit ist der Wohnungsbedarf laut der aktuellen Wohnwetterkarte im Corona-Jahr 2020 nur leicht gesunken. Die Zuwanderung ist zwar zurückgegangen, doch alle Prognosen würden von einer weiterhin stabilen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland ausgehen. Laut den Ergebnissen der Wohnwetterkarte 2021 heizt sich das Umland von Großstädten aufgrund der Nachfrage auf. Ein Grund hierfür ist den Experten zufolge, dass Corona bei vielen die Sehnsucht nach dem Wohnen im Grünen und mehr Wohnfläche geweckt hat.
Vor- und Nachteile der Wärmeverschiebung ins Umland
Die zunehmende Verteilung der Wärme ins Umland biete Vor- und Nachteile. So stärkt sie zum einen die Regionen außerhalb der großen Ballungsräume in demografischer, wirtschaftlicher und infrastruktureller Hinsicht und entlastet damit die Großstädte. Zum anderen erfordert das aber eine andere Organisation der Verkehrsinfrastruktur oder schnelleres Internet.
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