Vor Kurzem hatte der neu in den Rat der Wirtschaftsweisen berufene Martin Werding mit der Forderung polarisiert, das Renteneintrittsalter künftig an die Lebenserwartung zu koppeln. Nun kommt aus dem Arbeitgeberflügel der CDU und CSU ein ähnlicher Vorschlag, wie die SZ berichtet.
Koppelung an Lebenserwartung
Demnach fordere die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in einem Positionspapier, aus dem die SZ zitiert, eine „grundlegende Neuausrichtung der Altersvorsorge in Deutschland“. Lebenserwartung und Regelaltersgrenze müssten im Verhältnis 3:1 verknüpft werden. Bei einem Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung um drei Jahre müssten Arbeitnehmer dann folglich ein Jahr länger arbeiten.
„Rentenniveau“ soll abgeschafft werden
Des Weiteren erachtet die MIT den Begriff des Rentenniveaus, der die Leistung der gesetzlichen Rente widerspiegelt, als irreführend und möchte ihn abschaffen. In eine künftige Kenngröße zur Messung der Altersvorsorgeleistung sollten auch Betriebsrenten oder Vermögen einfließen.
Massive Erhöhung des Sparerpauschbetrags
Außerdem fordert die MIT einen höheren Nachhaltigkeitsfaktor in der gesetzlichen Rente, einen Ausbau der Riester-Rente und eine Anhebung des Sparerpauschbetrags von derzeit 801 Euro pro Person und Jahr auf 4.500 Euro. Die Ampelkoalition konnte sich lediglich auf eine Anhebung auf 1.000 Euro pro Person und Jahr ab 2023 festlegen.
Widerstand aus der Union selbst
Massiver Widerspruch auf die Rentenpläne der MIT folgte prompt aus den eigenen Unionsreihen. Der Arbeitnehmerflügel von CDU und CSU lehnt eine Abkehr von der Rente mit 67 entschieden ab. Auch die Abschaffung der Kenngröße Rentenniveau hält Dennis Radtke, der Vizevorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), für grundfalsch. Das Rentenniveau als Kennziffer abzuschaffen, führe letztlich zu einer Dekonstruktion der gesetzlichen Rentenversicherung und bedeute „Rentenpolitik nach Kassenlage“, so Radtke. (tku)
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