Der Wunsch nach Wohneigentum ist hierzulande ungebrochen groß. Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage von Goldberger Marktanalytik im Auftrag von ImmoScout24 haben 85% der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren Interesse an einem Immobilienkauf. Bei den Umfrageteilnehmern unter 50 Jahren sind es 65%.
Vor allem in Süddeutschland möchten viele Eigentum erwerben. Hier geben 62% der Befragten den Wunsch an, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Besonders eilig mit einem Kauf – nämlich in den nächsten ein bis zwei Jahren – haben es die 30– bis 39-Jährigen (21%) und die 18– bis 29-Jährigen (21%). Insgesamt beläuft sich der Anteil der Menschen zwischen 18 und 69 Jahren mit Erwerbsabsichten auf 48%.
Immobilienkauf erschwinglicher machen
„Der Wunsch nach Wohneigentum ist groß, doch die Eigentumsquote in Deutschland ist leider noch immer gering“, erklärt ImmoScout24-Geschäftsführerin Dr. Gesa Crockford. „43% der Befragten verfügen über ein Eigenkapital von unter 10.000 Euro. Da fallen hohe Kaufnebenkosten erheblich ins Gewicht. Die neue Bundesregierung sollte insbesondere für Familien Anreize schaffen und den Immobilienerwerb erschwinglicher machen. Das kann zum Beispiel durch eine geringere Grunderwerbssteuer beim Erwerb zur Selbstnutzung oder ein Förderprogramm, welches die Finanzierungslücke bei fehlendem Eigenkapital schließt, gelingen.“
Was für Wohneigentum spricht
Die wichtigsten Gründe für eine eigene Immobilie sind für die Menschen Sicherheit und Unabhängigkeit (32%), Altersvorsorge (25%) und eine verbesserte Wohnqualität (20%). In den Großstädten ist Sicherheit und Unabhängigkeit der Hauptgrund (40%) das relevanteste Argument, wohingegen für Menschen in Ostdeutschland laut Umfrage gerade auch der Vermögensaufbau zählt (23%). Altersvorsorge ist den 40– bis 49-Jährigen am wichtigsten (34%), während eine bessere Wohnqualität für die 60– bis 69-Jährigen im Vordergrund steht (35%), genauso wie für die Menschen in Norddeutschland (31%).
Was vom Immobilienerwerb abhält
Die Experten von ImmoScout24 haben auch nachgehakt, was hinderlich für den Erwerb von Wohneigentum ist. Hier nennen die Umfrageteilnehmer zu wenig Eigenkapital (28%) und zu hohe Immobilienpreise (27%). Zu teure Preise halten vor allem Menschen zwischen 40 und 49 Jahren (37%) und Familien (35%) vom Immobilienkauf ab. Mangelndes Eigenkapital bildet den Knackpunkt beim Eigentumserwerb besonders in Norddeutschland (39%) und bei Menschen zwischen 60 und 69 Jahren (38%). Angst vor finanziellen Risiken durch den Immobilienkauf haben Frauen (20%) deutlich stärker als Männer (12%). Menschen in Großstädten nennen insbesondere die fehlende Flexibilität als Grund gegen den Eigentumserwerb (9%).
40% verfügen über weniger als 10.000 Euro Eigenkapital
Die Mehrheit der Befragten (43%) hat ein Eigenkapital von unter 10.000 Euro. Vor allem Singles (58%) und Ältere (50%) verfügen über ein Eigenkapital unterhalb eines fünfstelligen Betrags. Bei Frauen weisen 47% ein Eigenkapital von unter 10.000 Euro auf, bei Männern ist der Anteil mit 39% hier deutlich niedriger.
Zwischen 10.000 und 50.000 Euro Eigenkapital haben 34% der Befragten angesammelt, wohingegen es bei 23% mehr als 50.000 Euro sind. Die Hälfte der 18– bis 29-Jährigen hat zwischen 10.000 und 50.000 Euro Eigenkapital (50%). Mehr als 30.000 Euro haben Familien (19%) und Menschen zwischen 30 und 39 Jahren (19%). Menschen, die zur Miete wohnen haben verfügen mehrheitlich über ein Eigenkapital von unter 10.000 Euro (51%)
Immobilien als Geldanlage fast so gefragt wie ETFs
Mit 71% betrachtet die große Mehrheit der Befragten den Immobilienerwerb auch als Geldanlage oder Investition. Bei den 18– bis 29– Jährigen sind es sogar 82% und bei den Befragten zwischen 30 und 39 Jahren sind es 78%. Wie die Umfrage von ImmoScout24 zeigt, ist eine Immobilie zur Vermietung als Investment fast genauso beliebt wie der Kauf eines ETFs, der für 28% in Frage kommt. Bei den jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren würden jeweils 35% in Immobilien zur Vermietung als auch in ETFs anlegen.Weitere Informationen finden sich unter ImmoScout24.de. (tik)
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