Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) hat bestätigt, dass die deutschen Versicherer finanziell robust aufgestellt sind. Der Branchenverband hat dafür die Schätzungen der Solvenzquoten, also das Verhältnis von Eigenmitteln zu den gesetzlich geforderten Kapitalpuffern, veröffentlicht.
Solvenzquote in der Lebensversicherung leicht gesunken
Demnach liegt die mittlere Solvenzquote für die Lebensversicherung zwischen 285% und 295%. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie damit etwas gefallen – im Jahr 2023 betrug sie 305%. Der Grund dafür ist das gefallene Zinsniveau. In der Schaden- und Unfallversicherung prognostiziert der GDV für 2024 eine Solvenzquote von 280%, was etwa gleich ist zum Vorjahresniveau.
Eine Solvenzquote von 100% bedeutet, dass ein Unternehmen selbst unter extremen Stressbedingungen seine Verpflichtungen gegenüber den Versicherten erfüllen kann. Statistisch gesehen tritt ein solches Stressevent nur alle 200 Jahre auf.
Mehrheit der Versicherer verzichten bereits auf Übergangsmaßnahmen
Als „bemerkenswert“ betitelt der Branchenverband die Tatsache, dass die große Mehrheit der Versicherer bereits vollständig auf die sogenannten Übergangsmaßnahmen, die bei der Einführung der EU-Aufsichtsregeln von Solvency II den Übergang in das neue System erleichtern sollen, verzichten. Eigentlich könnten die Versicherer noch bis zum Jahr 2031 von den Übergangsmaßnahmen Gebrauch machen. „Der vorzeitige Verzicht auf Übergangsmaßnahmen zeigt, wie robust und zukunftsfest das Geschäftsmodell der Branche ist“, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Die Solvenzquoten basieren auf Schätzungen des GDV, so der Branchenverband. Die tatsächlichen Solvenzquoten veröffentlichen die Unternehmen bis spätestens 08.04.2025. (js)
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