Immobilien am oder in unmittelbarer Nähe eines Sees sind heiß begehrt, haben sie aufgrund ihrer Lage doch einen ganz besonderen Reiz. Bei Immobilien in erster See-Reihe, gegebenenfalls sogar mit eigenem Seezugang, handelt es sich um absolute Liebhaberobjekte, die wegen ihrer geringen Verfügbarkeit Mangelware sind. Daher lohnt oftmals ein Blick in die Reihen dahinter. Im aktuellen See-Report haben die VON POLL IMMOBILIEN Experten untersucht, wie sich die Immobilienpreise für Wohnimmobilien um Deutschlands schönste und bekannteste Seen entwickelt haben. Die durchschnittlichen Kaufpreise des ersten Halbjahres 2024 wurden mit dem ersten Halbjahr 2023 verglichen. Zusätzlich zeigen die Experten den aktuell höchsten angebotenen Immobilienpreis der jeweiligen Seen dar.
Chancen durch Secret Sales
Kaufinteressenten, die auf der Suche nach einer Immobilie in See-Lage sind, müssen Geduld mitbringen und bereit sein, hohe Liebhaberpreise zu zahlen. Bei Objekten in zweiter Reihe am See sind die Preisunterschiede oft erheblich, wie Daniel Ritter erläutert, geschäftsführender Gesellschafter bei VON POLL IMMOBILIEN. „Kunden, die Interesse an Immobilien in diesen See-Lagen haben, sollten sich frühzeitig registrieren und Suchprofile anlegen, um auch auf verdeckte Angebote – sogenannte Secret Sales – zugreifen zu können, da diese Immobilien häufig nicht öffentlich vermarktet werden“, erklärt Ritter.
Teuer, teurer, Tegernsee
Die vier Spitzenreiter mit den teuersten Immobilienpreisen rund um den jeweiligen See finden sich wenig überraschend allesamt in Bayern mit Bergpanorama. Unangefochten an der Spitze thront der Tegernsee mit einem durchschnittlichen Preis für Wohnimmobilien von 10.223 Euro pro Quadratmeter sowie einem Höchstpreis von 16.969 Euro pro Quadratmeter. Neben den höchsten Quadratmeterpreisen weist der Tegernsee auch die höchste Preissteigerung im Ranking auf: Der Durchschnittspreis für Wohnimmobilien legte im ersten Halbjahr 2024 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um satte 9,8% zu.
Ammersee mit zweitstärkstem Preisrückgang
Mit deutlichem Abstand folgen der Starnberger See mit 8.001 Euro pro Quadratmeter, der Königssee mit 7.914 Euro pro Quadratmeter sowie der Ammersee mit 7.060 Euro pro Quadratmeter. Während die Preise am Starnberger See und Königssee mit –4% bzw. –4,1% moderat gesunken sind, verzeichnet der Ammersee mit –8,5% den zweitstärksten Rückgang im gesamten Ranking.
Leicht rückläufige Preise auch am Wannsee
Deutlich weniger als an den genannten oberbayerischen Seen müssen Käufer am Wannsee im gleichnamigen Berliner Stadtteil berappen. Ein Quadratmeter Wohnfläche in einem Radius von 5 km rund um den Wannsee kostete im ersten Halbjahr 2024 durchschnittlich 5.839 Euro. Dies bedeutet einen Preisrückgang von –7,2% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr und damit die drittstärkste Preisreduktion im Ranking der analysierten Seen.
Ein ähnliches Preisniveau erwartet Interessenten beim Kauf einer Immobilie am Chiemsee (5.750 Euro/m2) und am Eibsee (5.667 Euro/m2) sowie am Bodensee (5.155 Euro/m2). Die Preise an den drei Seen blieben im ersten Halbjahr 2024 konstant zwischen –0,6% und 0,2% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
„Die Nachfrage nach Immobilien mit direktem Zugang zum Bodensee ist ungebrochen hoch. Der hohen Nachfrage steht jedoch nur ein sehr geringes Angebot gegenüber, denn die meisten Immobilien am See werden innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitervererbt – das sorgt für Preisstabilität. Wenn doch mal eine Immobilie in erster See-Reihe zum Verkauf steht, so beträgt die Angebotsdauer im Schnitt nur wenige Wochen, die Preise sind im Regelfall sehr hoch – sie dürfen aber auch nicht überzogen sein. Eine Immobilie in erster See-Reihe kann dabei schon mal doppelt so viel kosten wie eine Immobilie in zweiter Reihe“, erläutert Raphaela Hübner, Geschäftsstellenleiterin bei VON POLL IMMOBILIEN Konstanz am Bodensee.
Die Lage an den anderen Seen
Wer auf der Suche nach einem Haus oder einer Wohnung um den Hamburger Öjendorfer See ist, musste im ersten Halbjahr 2024 im Schnitt 4.715 Euro pro Quadratmeter ausgeben und damit 5% weniger als im ersten Halbjahr 2023. Zwischen 3.000 Euro und 4.000 Euro für einen Quadratmeter Wohnfläche bewegen sich die Immobilienpreise am Brombachsee in Bayern (3.800 €/m2), am Schluchsee in Baden-Württemberg (3.468 €/m2), am Großen Plöner See in Schleswig-Holstein (3.168 €/m2) und am Kulkwitzer See in Sachsen (3.028 €/m2). Die Preise für Wohnimmobilien haben am Brombachsee im ersten Halbjahr 2024 um –5,3% nachgegeben. Am Schluchsee betrug der Rückgang –2,8% und am Großen Plöner See –1,4%. Am Kulkwitzer See ging es mit den Preisen dagegen um 1,7% leicht nach oben.
Preiszuwächse auch an der Müritz und dem Steinhuder Meer
Preissteigerungen waren zudem an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Steinhuder Meer in Niedersachsen zu verzeichnen. Dort legten die Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien um 3,8% auf 2.887 Euro bzw. sogar um 6% auf 2.729 Euro zu.
„Aktuell finden Kaufinteressenten Immobilien und Grundstücke zu günstigen Preisen mit See-Lage eher noch südlich der Müritz, an den kleineren Seen. Generell ist das Angebot an Immobilien mit Seezugang allerdings knapp und es kommen relativ wenig neue Angebote auf den Markt. Bei Immobilien direkt an der Müritz haben wir es mit absoluten Liebhaberobjekten zu tun, für die Kunden durchaus auch bereit sind, Liebhaberpreise zu bezahlen“, sagt Christian Sieg, Geschäftsstellenleiter bei VON POLL IMMOBILIEN Waren (Müritz).
Weitere Seen in der Preisspanne zwischen 2.000 und 3.000 Euro/m2
Weitere beliebte Seen mit Immobilienpreisen im Segment zwischen 2.000 Euro pro Quadratmeter und 3.000 Euro pro Quadratmeter sind der Biggesee in Nordrhein-Westfalen (2.674 €/m2), der Laacher See in Rheinland-Pfalz (2.588 €/m2), der Große Stechlinsee in Brandenburg (2.561 €/m2), der Schweriner See in Mecklenburg-Vorpommern (2.426 €/m2) und der Stausee Losheim im Saarland (2.242 €/m2). Der Laacher See weist eine Preissteigerung von 4,9% auf, die Preise am Großen Stechlinsee stagnierten dagegen mit 0,6%, wohingegen die Preise an den anderen Seen zwischen –5,9% und –2,9% gesunken sind.
Wo Objekte weniger als 2.000 Euro/m2 kosten
Für 1.864 Euro pro Quadratmeter bzw. 1.855 Euro pro Quadratmeter lässt sich Wohneigentum um den Großen Goitzschesee in Sachsen-Anhalt bzw. um den Edersee in Hessen erwerben. Beide Seen verzeichnen im ersten Halbjahr 2024 signifikante Preisrückgänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Während die durchschnittlichen Quadratmeterpreise am Großen Goitzschesee um –6,% nachgaben, gingen sie am Edersee sogar um –9,6 % zurück – der größte Preisabfall im gesamten Ranking. Die günstigsten Durchschnittspreise weist die Bleilochtalsperre in Thüringen auf. Dort entwickelten sich die Preise zwar mit 5,6% nach oben, bewegen sich aber immer noch auf einem vergleichsweise niedrigen Preisniveau von 1.664 Euro pro Quadratmeter. (tik)
Bild: © Jochen Netzker – stock.adobe.com
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können