Aus der zweiten Befragung von Immobilienunternehmen im laufenden Jahr im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) geht hervor, dass sich die Branche erwartungsgemäß in einem Stimmungstief befindet. Laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und dem Branchenverband ZIA haben sich die Lage wie auch die Erwartungen deutlich verschlechtert. Erstmals ist das Immobilienklima negativ und im Vergleich zum Vorquartal von 30,7 auf einen Wert von –5,5 gefallen. Die Immobilienprofis sind damit deutlich düsterer gestimmt als während der Pandemie. Dies ist vor allem den trüben Erwartungen für die kommenden zwölf Monate geschuldet.
Experten fürchten, dass der Markt kippt
Wie das IW Köln weiter mitteilt, geht bei vielen Immobilienunternehmen anscheinend die Sorge um, dass der Immobilienmarkt angesichts der Gemengelage aus steigenden Zinsen, hohen Baukosten und schwacher Konjunktur kippt. Vieles deute darauf hin, dass der Markt nun in eine Abschwungphase eintrete und damit ein neuer Immobilienzyklus eingeläutet werde.
Düstere Stimmung vor allem im Wohnsegment
Wie die Ergebnisse für die einzelnen Segmente zeigen, ist das Immobilienklima im Bürosektor von +49,3 auf –1,7 gefallen. Zwar ist der Büromarkt besser als erwartet durch die Pandemie gekommen, doch mit Blick auf die Welt nach Corona fürchten Immobilienunternehmen deutlich weniger Nachfrage sowie sinkende Preise und Mieten. Im Handelsimmobiliensektor geht es von +40,5 auf +3,5 abwärts. Die Firmen leiden unterschiedlich stark unter den Folgen der Pandemie. Während Unternehmen im stationären Einzelhandel mit den Umsatzeinbrüchen kämpfen, konnten andere expandieren.
Im Wohnsegment ist das Immobilienklima ins Negative abgerutscht. Der Indexwert sinkt von +22,6 auf –19,5 und damit auf den schlechtesten Wert aller Segmente. Laut Auswertung des IW Köln liegt dies vor allem an den gestiegenen Finanzierungskosten, die Immobilien für private Haushalte weniger erschwinglich machen. Dies könnte zu einem nachhaltigen Rückgang bei den Preisen und der Nachfrage führen.
Auch das Immobilienklima der Projektentwickler dreht ins Negative, und zwar von +19,7 auf –6,9. Die Projektentwickler haben mit den sich rapide veränderten Rahmenbedingungen zu kämpfen und sind bei laufenden Bauprojekten mit Lieferschwierigkeiten, Verzögerungen und steigenden Materialpreisen konfrontiert. (tk)
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